Erkrankungen des Kniegelenks

Das Kniegelenk gehört zu den am stärksten belasteten Gelenken unseres Körpers. Es handelt sich um ein Scharniergelenk, auf das neben der reinen Beuge-und Streckbewegung auch erhebliche Dreh- und Scherkräfte einwirken. Im Vergleich z.b. zum Hüftgelenk ist die knöcherne Stabilität des Kniegelenkes sehr gering, die Stabilität ergibt sich aus einem komplizierten System verschiedener Bänder und Sehnen, deren Verletzung erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität des Kniegelenks haben. Dann gibt es noch die beiden Meniski, innen und aussen, und die sehr empfindliche Knorpelbedeckung der Gelenkflächen des Ober- und des Unterschenkelknochens sowie der Kniescheibe.

Störungen in diesem komplexen System verursachen Schmerzen und Schwellungen und führen längerfristig immer zu Schäden am Knorpelüberzug der Gelenkflächen. Während gesunder Knorpel glatt und fest ist, weist kranker Knorpel Risse, Ausdünnung und Rauhigkeiten in der Oberfläche auf. Man kann sagen: es ist wie Sand im Getriebe. So wie ein Getriebe letzlich durch Sand zerstört wird, zerstört rauher und kranker Knorpel das ganze Gelenk. Im Endstadium ist dann nur noch der Ersatz des Gelenkes durch eine Kunstgelenk möglich.

Mit der Kniespiegelung (Arthroskopie) steht uns eine Operationsmethode zur Verfügung, die uns ermöglicht, viele Schäden am Kniegelenk frühzeitig und sehr sicher zu erkennen. Besonders gut lassen sich Verletzungen der Meniski, der Kreuz- und Seitenbänder, der Zustand des Knorpels an allen Gelenkflächen, auch an der der Rückseite der Kniescheibe diagnostizieren. Aus den so erhobenen Befunden kann dann für jeden Patienten ein differenzierter Therapieplan erarbeitet werden.

Die Arthroskopie jedoch stellt nicht nur die Diagnose. Mit Hilfe dieser Methode können gleich im Anschluß an die Diagnose viele Schäden am Gelenk beseitigt werden. So werden mit feinen Instrumenten Meniskusrisse geglättet, zerstörte Meniskusteile entfernt, manchmal kann der ausgerissene Meniskus wieder angenäht werden. Freie Gelenkkörper werden entfernt, Knörpelschäden geglättet, Gelenkflächen, die kaum noch Knorpel haben, werden angebohrt, gelockerte Knorpelstücke entfernt. Dieses sind nur die häufigsten, im Rahmen einer Arthroskopie durchgeführten Maßnahmen.

Im unserem Hause erfolgt der Eingriff in Vollnarkose. Durch 2 kleine Schnitte (je ca. 1cm) können mit unseren Spezialinstrumenten alle die o.g. Maßnahmen durchgeführt werden. Für den Patienten ist das alles schmerzfrei. Die Operationsdauer liegt meist bei 30-60 Minuten. Danach wacht der Patient schnell auf und wird in unserem Aufwachraum betreut. Meist kann die Entlassung mit Unterarmgehstützen nach 2-4 Stunden erfolgen. Zum Heimtransport wird dann ein Taxi oder besser noch ein Familienangehöriger benachrichtigt. Zu Hause kann der Patient sofort wieder die nötigsten Verrichtungen durchführen, da er mit Hilfe seiner Stützen selbst gehen kann.

Die Nachbehandlung erfolgt im der Regel in unserer Praxis und gemeinsam mit dem Hausarzt. Eine krankengymnastische Behandlung beginnt schon am Tag nach der Operation. Viele Patienten, insbesondere diejenigen, die nur geringere Schäden am Gelenk und keine körperliche Schwerarbeit zu leisten haben, können schon nach 1-2 Wochen ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen. Beim Dachdecker und Fußballprofi dauert es natürlich etwas länger.

Kniespiegelungen werden bei uns in grosser Zahl durchgeführt. Wir haben bereits 1993 mit der ambulanten Durchführung dieses Eingriffes begonnen, gehören also zu den "Pionieren" der ambulanten Arthroskopie und verfügen daher über jahrelange Erfahrung.